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Unter den vielen
Zuchtformen, die aus Schwertträgern und Platys der Gattung
Xiphophorus herausgezüchtet werden konnten, finden manche
bereits seit Jahrzehnten trotz gewisser Schwierigkeiten bei
der Zucht begeisterter Anhänger. So auch der halbschwarze
„Frankfurter Schwertträger“. Seit 35 Jahren beschäftige ich
mich mit dieser seltenen und sehr schwierigen Zuchtform. Wie
ist dieses Zeichnungsmuster entstanden? Einige
gesicherte Aufzeichnungen liegen vor und lassen den Zuchtweg
nachvollziehen. Der Frankfurter Züchter Ph. Stettner
erzielte durch Kreuzung eines roten Männchens von
Xiphophorus maculatus mit einem Weibchen vom grünen
X.helleri unter ständiger Auslese der Nachzuchten eine
Spielart die an Kopf, Brust und bis zur ungefähren
Rumpfmitte die rote Färbung des Maculatusmännchens
aufwies, während die Hinterseite des Körpers tiefschwarz
war. Den Übergang zwischen schwarz und rot bildete eine
feine schwarze Sprenkelung. Die Schuppen waren metallisch
grün schimmernt (Guaninglanz), der Bauch zeigte eine
orangerote Tönung, die Iris weißlichgrün, Flossen ( mit
Ausnahme der Brustflossen) waren dunkel gesprenkelt. Dieser
Stamm war 1929 bereits ausgereift vorhanden, laut K.Jacobs
1969.Über einen anderen Zuchtweg berichtete der bekannte
Ichtyologe und Genetiker Dr. MyronGordon 1959. Hierbei wurde
in vieljährigem Einkreuzen aus der grünen Wildform von
Xiphophorus helleri und dem, im gleichen Gebiet
verbreiteten, Xiphophorus montezumae ebenfalls eine
schwarz-rote Farbkombination herausgezüchtet. Nach
Gordon sind die Schwanzflossen und der hintere Körper
seines rot-pechschwarzen Schwertträgers völlig schwarz,
wogegen der übrige Körper in einem leuchtenden Rot
erscheint. Das Schwert ist im Gegensatz zu anderen
Hellerikreuzungen und den bei Züchtung dieses
Zeichnungsmusters auftretenden Vorstufen, sehr lang und
schmal. Bei optisch gleicher rot-schwarz Färbung kann
man die amerikanische rot-pech-schwarze Kreuzung
durch das längere Schwert von der Frankfurter Kreuzung
unterscheiden. Stallknecht hat in seinem Buch
„Lebendgebärende Zahnkarpfen dazu folgenden Standpunkt:
Als sensationell wurde
Mitte der 50er Jahre eine Schwertträgerzuchtform
empfunden, die man im Handel als Frankfurter
Schwertträger bezeichnete. Leider weiß heute niemand,
wie sie entstanden war. Auf roter Grundfärbung war die
hintere Körperhälfte sattschwarz, die scharfe Trennung
lag etwa unter der Mitte der Rückenflosse. Es gelang
nicht, aus diesen Fischen erbfeste Nachkommen zu gewinnen,
so dass nur wenige Abbildungen dokumentieren wie
diese attraktive Zucht-form ausgesehen hat.
Weiterhin schreibt Stallknecht, durch einkreuzen von
Tuxedo-Schwertträgern wurde versucht, dieses
Zeichnungsmuster zu erhalten, was jedoch misslang. Als
Züchter beider Zeichnungsmuster, halbschwarz-quer
und tuxedo (halbschwarz-längs), warne ich vor
dieser Kreuzung, es würde weder in dem einen noch in der
anderen Zeichnung eine farbliche Verbesserung bringen.
Mir ist es in 35jähriger Erfahrung noch nicht einmal
passiert, dass bei den Nachzuchten von halbschwarz-quer,
Jungtiere mit Tuxedozeichnung dabei gewesen wären. Das
Zeichnungsmuster halbschwarz-quer, ist dominant und
in jedem Fall erbfest. Damit ist es möglich, diese
Zeichnung auf alle Grundfarben zu übertragen. Die
Schwier-igkeit besteht allerdings darin, dass nur
sehr wenige Tiere eine scharfe Querteilung aufweisen.
Noch schwieriger ist es ein gleich aussehendes Paar zu
erzielen, um es auf Ausstellungen zu präsentieren.
Deshalb bleibt diese Zuchtform eine Rarität auf jeder
Xiphoschau. Bemerkenswert ist, dass selbst ein schlecht
gezeichneter Helleri, Spitzennachzuchten erzielen kann.
Es lassen sich interessante Farbkombinationen
übertragen, sehr schön wirkt zur Halbschwarzfärbung eine
Wagtailbeflossung oder auch rote Flossen bei gelber
Grundfarbe sind sehr wirkungsvoll. Bekommt man es hin,
diese Fische als Lyratail oder Deltaflosser
zuzüchten, ist diese Zuchtform an Attraktivität nicht zu
überbieten. Welche Grundfarben sollten bei dieser
Zuchtform Verwendung finden? Da wäre zunächst das in der
Beschreibung erwähnte Rot. Bei der Auswahl der roten
Farbe muss darauf geachtet werden, dass es ein Rot ist
was einen Graufaktor enthält. Das gleiche gilt für gelb.
Ungeeignet sind dagegen alle Grundfarben ohne graue
Farbpigmente, besonders weiß ist nicht geeignet. Der
Hin-weis auf geeignete Grundfarben muss ernst
genommen werden, da bei der Auswahl falscher Farben der
Befall mit Melanosarkomen (Farbkrebs),nur eine Frage der
Zeit ist. Überhaupt ist der Farbkrebs das größte Problem
dieser Zuchtform. Neben der richtigen Wahl der Farben,
müssen auch verschiedene Kombinationen von
Zeichnungsmustern genau überlegt werden. Es ist besser
die Wagtailzeichnung als den Arnoldifaktor zu verwenden,
da Arnoldi selbst schon zu Melanomen neigt und erst
recht mit der Verbindung zu halbschwarzquer. Als
negatives Beispiel sind in dem Zusammenhang, die in
letzter Zeit im Fachhandel angebotenen Pandaplatys zu
nennen. Hier wurde die halbschwarze Zeichnung bei weißer
Grundfarbe auf den Maculatus (Platy) übertragen. Solche
Tiere haben eigentlich nur im Jugendstadium eine
Überlebenschance. An die Zucht von halbschwarzen
Helleries, sollten sich des-halb nur erfahrene
Aquarianer wagen. Wer es versuchen möchte, dem sei
empfohlen die Zuchtlinie nicht zu eng zu führen. Eine
zwei, besser noch drei Linienzucht ist angebracht. Setzt
man bei einem Zuchtansatz, ein Paar halbschwarze
Helleries an, erreicht man das Zuchtziel schneller. Bei
der Nachzucht werden allerdings viele mit Melanosarkom
befallene Tiere dabei sein. Um den Farbkrebs keine
Chance zu bieten, ist es ratsam, bei den Zuchtpaaren
einen Partner nur mit der Körpergrund-farbe, zu
verwenden. Die Grundfarbe grün ist besonders geeignet
farbkrebsfreie Fische zu züchten.
Einige Tipps zur Zucht:
Einige, Zuchtformen so auch die
Halbschwarzen neigen dazu recht groß zu werden. Männliche Tiere von 12cm
Körperlänge ist keine Seltenheit. Solche Tiere sind zur Zucht meist nicht zu
gebrauchen, denn sie wachsen oft ihr Leben lang. Es gibt aber genug
zuchttaugliche bei den Nachkommen. Die Wasserwerte sind nicht besonders wichtig,
nur der PH-Wert sollte nicht unter 7 fallen. Helleries lieben Wassertemp-eraturen
zwischen 20 und 24°C. Je wärmer sie gehalten werden um so eher werden sie
altern. Häufiger Wasserwechsel und eine gute Durchlüftung fördert das Wohl-befinden.
Als Futter wird alles genommen, vom lebenden Tümpelfutter, Granulate, bis zum
Flockenfutter, hin und wieder sollte pflanzliche Nahrung verabreicht werden. Die
Tragezeit der Weibchen beträgt je nach Temperatur etwa 4 Wochen. Große Weibchen
können durchaus mehr als 200 Junge bekommen. Die Jungfische sind nach 6 Monaten
geschlechtsreif.
Literatur:
K.Jacobs
H. Stallknecht „Lebendgebärente
Zahnkarpfen“
3.Überarbeitung G.Schramm

X.helleri Lyratail halbschwarz-quer
X.helleri Lyratail
halbschwarz-quer X.helleri halbschwarz-quer-gelb

X.helleri halbschwarz-quer mit
idealer Zeichnung
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